Beratung

Stakeholder Engagement

Seien es Stromnetze oder Pipelines, Kraftwerke oder Schienenstränge, neue Wohnkonzepte, Fabrikgebäude oder Technologien: Die Planung und Inbetriebnahme von Industrie- und Infrastrukturprojekten ist in den vergangenen Jahren erheblichen Herausforderungen ausgesetzt. Bei öffentlichen wie auch privaten Unternehmen verzögert sich immer häufiger die Genehmigung von Projekten oder scheitert ganz – teilweise trotz behördlicher Genehmigung. Der Grund: Politik und Verwaltung, Bürger und Bürgerinitiativen – kurz das gesellschaftliche Umfeld von Unternehmen – verfolgt Industrieprojekte in Deutschland mit zunehmender Skepsis. Die rechtlich korrekte Erfüllung von Auflagen im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens reicht nicht mehr aus. Notwendig ist nicht allein, die rechtliche Legalität, sondern auch die gesellschaftliche Legitimität eines Projekts nachzuweisen.

 

Industrieprojekte und gesellschaftliche Anspruchsgruppen

Genauso wichtig wie die Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen eines Genehmigungsprozesses ist mittlerweile die gesellschaftliche Akzeptanz des Unternehmens und seines Projekts. Und die ist häufig nicht vorhanden. In der Folge verzögern oder verhindern Bürger und Nichtregierungsorganisationen nicht allein die Genehmigung von Pipelines und Kraftwerken und unterbinden so die notwendige Wertschöpfung der Projekte. Darüber hinaus schädigen sie nachhaltig die Reputation von Unternehmen; mit den entsprechenden Folgewirkungen im Markt sowie im politisch-regulatorischen Umfeld.

 

Wie die rein rechtliche Betrachtung von Genehmigungsverfahren den Projekterfolg gefährdet

Gesetzliche Genehmigungsprozesse gewährleisten nicht nur die Beteiligung gesellschaftlicher Anspruchsgruppen. Häufig tragen sie auch dazu bei, Konflikte zwischen Unternehmen und Stakeholdern zu schüren. Der Grund: Bis Projekte in gesetzlich geregelten Planungs- und Genehmigungsverfahren öffentlich bekannt werden (z.B. bei einem Scoping-Termin), haben sie bereits einen langen Management- und Entwicklungsprozess durchlaufen. Dieser Verlauf führt zu einer Asymmetrie des Wissens zwischen Unternehmen und den sie umgebenden Stakeholdern.

Daraus resultieren beinahe zwangsläufig Einsprüche von Anspruchsgruppen und Einzelpersonen. Um auf diese angemessen reagieren zu können, ist es für das betreffende Unternehmen in dieser Phase jedoch häufig bereits zu spät. Eine veränderte Projektplanung würde nicht nur erhebliche zusätzliche Investitionen erforderlich machen, sondern auch einen Ansehensverlust bedeuten. Und im – teilweise sehr heterogenen – Kreis der Anspruchsgruppen ist die Dialog- und Kompromissbereitschaft stark eingeschränkt, weil der bereits eingetretene Mangel an Mitsprache und Beteiligung den Widerstand gegen das Projekt verfestigt.

Die Vielzahl von Einsprüchen, die heute die Genehmigungsverfahren von Infrastruktur- und Industrieprojekten kennzeichnen, führen vermehrt zu einer Veränderung des regulatorischen Rahmens. So enthalten auf Länderebene diverse Verwaltungsvorschriften und Planungsleitfäden den Hinweis darauf, dass Vorhabenträger bereits vor dem formalen Beginn eines Genehmigungsverfahrens die Öffentlichkeit beteiligen sollten.

 

Wie strategisches Stakeholder Engagement den Projekterfolg sichert

Die Planung und Durchführung von Industrie- und Infrastrukturprojekten steht also vor neuen Herausforderungen. Dies verlangt von den Vorhabenträgern eine Neuausrichtung des Genehmigungsprozesses, der lang vor den ersten Behördenkontakten ansetzt und der über die eigentliche Genehmigung des Projekts hinaus andauert. Nur so ist eine nachhaltige Wertschöpfung für das jeweilige Unternehmen gesichert.

Das Verständnis von früher Öffentlichkeitsbeteiligung als integralem Bestandteil des Projektmanagements

  • fördert das Vertrauen zwischen Vorhabenträger und Stakeholdern,
  • vermindert das Risiko für das jeweilige Unternehmen, dass sich das Vorhaben verzögert oder scheitert,
  • verbessert die Planung durch neue Ideen, Hinweise und Perspektiven,
  • ermöglicht dem Unternehmen eine aktive Steuerung des Prozesses (statt der passiven Erfüllung regulatorischer Aufgaben),
  • beschleunigt das Verfahren.

Die frühzeitige Einbeziehung gesellschaftlicher Anspruchsgruppen setzt auf eine offene, von Aufgeschlossenheit geprägte Unternehmenskultur der Vorhabenträger. Diese zeichnet sich aus durch

  • das ehrliche Interesse an der Sichtweise Dritter
  • den produktiven Umgang mit Dissenz
  • die Vermeidung werblicher Aussagen zugunsten echter Information
  • den Willen, Kompromisse einzugehen und Planungen zu ändern

Im Ergebnis führt die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung am Anfang eines Projektes zu erhöhten Aufwänden und Aufwendungen, die sich im weiteren Verlauf jedoch amortisieren und die Wahrscheinlichkeit des Projekterfolges deutlich erhöhen.

 

Stakeholder Engagement: Was wir bieten

SK medienconsult verfügt über eine langjährige Erfahrung bei der strategischen Entwicklung von Stakeholder Engagement Strategien sowie ihrer operativen Umsetzung.

  • Projekt-Umfeld- / Stakeholder-Analyse: Wir analysieren und bewerten das Projektumfeld, interviewen Anspruchsgruppen und entwickeln die entsprechende ‚Stakeholder Map‘. Dabei fokussieren wir bewusst auf potentielle und offene Projektgegner und schaffen so die Basis für eine aktive Beteiligung von Stakeholdern in einer frühen Planungsphase.
  • Engagement-Strategie und -Prozesse: Wir entwickeln im Austausch mit den technischen, rechtlichen, regulatorischen und betriebswirtschaftlichen Projekt-Funktionen eine integrierte Strategie der Öffentlichkeitsbeteiligung und definieren die notwendigen Kommunikationsschritte.
  • Operatives Stakeholder-Engagement: Wir helfen bei der Definition von ‚Projekt-Repräsentanten‘, coachen und begleiten diese. Dies beinhaltet auch die Entwicklung von Präsentationen und Sprechzetteln, den Kontakt mit Behörden, Politik und Medien, die Durchführung von Bürgerversammlungen und die Projekt-Positionierung in sozialen Netzwerken.